Einfach? „Nein“ sagen – Workshop zu Grenzen, Respekt und Selbstbehauptung
Wie sage ich klar Nein, ohne laut zu werden? Wo endet Höflichkeit, wo beginnt eine Grenzüberschreitung? Begleitet von der Schulsozialpädagogin Eike Ochs und der Lehrerin Miriam Trebin setzte sich die Klasse S12c in einem lebendigen Workshop in Soziologie mit diesen Fragen auseinander.
Zu Beginn positionierten sich die Schülerinnen und Schüler zu typischen Alltagssituationen und diskutierten, ab wann etwa sexuelle Belästigung beginnt und welche Signale dabei eine Rolle spielen. Im praktischen Teil stand die Selbstbehauptung im Mittelpunkt: Beim Raumlauf trainierten die Teilnehmenden, mit Stimme, Blick und Körperhaltung ein überzeugendes Nein zu formulieren. Auf dem „heißen Stuhl“ wurde erfahrbar, wie unterschiedlich ein Nein wirkt, je nach Emotion und innerer Haltung. In der Übung „Wie nah ist zu nah?“ schärften sie ihr Körpergefühl und definierten persönliche Grenzen.
Anschließend entwickelten die Schülerinnen und Schüler realistische, nicht persönliche Szenen, reflektierten mögliche Handlungsoptionen und lernten den rechtlichen Rahmen kennen. Im Unterricht wurde das Thema vertieft: Welche gesellschaftlichen Faktoren erschweren das Nein-Sagen? Welche Rolle spielen Sozialisation, Medien und Geschlechterstereotype?
Das Fazit: mehr Sicherheit, eine klare Sprache für die eigenen Grenzen und größere Achtsamkeit für die Grenzen anderer – ein Workshop, der Mut macht und im Schulalltag nachwirkt.
Miriam Trebin

